30/9/2007 Bald ausgeloungt?
So wie's aussieht beschert uns das Parlament noch vor Ende des Jahres "das totale Rauchverbot". Kein Rauch mehr in geschlossenen Räumen jeglicher Art, was natürlich auch sämtliche Bars, Restaurants und Smokers-Lounges einschliesst. Ein Grund zu verzagen? Wir meinen nein. Was ist denn so erhebend daran, mit anderen, meist fremden Leuten in einem Raum zu sein, in dem es im "Kaltzustand" nach einer Melange von abgestandenem Essen, Alkohol und erkaltetem Lagerfeuer riecht, und sobald alles wieder "warm" geworden ist, auch nicht viel besser. Mal ehrlich, welcher Zigarren-Geniesser ist freudig erregt darüber, dass er nach dem Besuch eines solchen Lokals wie ein gefüllter Aschenbecher riecht? Haut, Haare, Hose, Hemd, Unterwäsche, Lederjacke, Mantel, Schuhe, Handschuhe, die Zeitung, der Notizblock, einfach alles STINKT. Wenigstens nehmen Blackberry und Co. diesen Geruchmix nicht an.
Eine gute Zigarre riecht vor allem für die eigene Nase herrlich; genauer, in jener grandiosen Phase, wenn die Tabakaromen langsam an unserem Riecher vorbeiziehen und mystisch in die Höhe steigen. Dem "Räuchli" nach- und zuschauend denken wir uns unseren Teil, schustern uns unsere ganz persönliche Philosophie zusammen über dies und das, über Sinn und Unsinn des Lebens. Das Rauchen einer guten Zigarre stellt gewisse Ansprüche, ist geistig und körperlich anregend, ist kontemplativ, ist ein Akt, der nach Ruhe ruft, den man zwar mit anderen teilen kann, aber keineswegs muss. Im Gegenteil, alleine draussen auf dem Balkon, auf der Veranda, im (Winter-)Garten oder sonst wo unter freiem oder teilweise freiem Himmel, umgeben von Stille, von Dunkelheit vielleicht, mit den Augen die Sterne streichelnd, das ist es doch, was den wahren Genuss einer edlen Zigarre ausmacht.
Fazit: gereifte Zigarren-Geniesser (Zigarettenraucher interessieren an dieser Stelle nicht) werden den "swiss smoking ban" mehr oder weniger locker wegstecken, denn diese wissen schon lange, welche Umfeld-Faktoren gegeben sein müssen, damit die Chose auch wirklich Spass macht. Advocatus Diaboli flüstert mir soeben ins Ohr, dass er das Gros der speziell dem Erzeugen von Rauch gewidmeten Lokalitäten etwa gleich genussfördernd findet, wie indoor den Holzkohlegrill anzuwerfen.













