Juan Clemente gibt es nicht. Oder doch? Wenn er vor einem steht, merkt es keiner: Juan Clemente ist ein Produkt, Kunsthandwerk, eine Marke. Jean Clément ist die Person. Sie raucht sich gut, die Juan Clemente und sie verkauft sich. Die Geschichte des Galliers, der in der Dominikanischen Republik Zigarren macht, hat fast alttestamentarische Dimensionen.
Am Anfang war Jean, und Gott sah, dass er gut war. Dann kam Clément und der taugte nichts im karibischen Zigarengeschäft. Clément fliesst nicht im iberoamerikanischen Sprachduktus. Es sind Nuancen, zugegeben, aber Clément klingt hölzern auf spanisch. Es fehlt die Musik.
Manchmal braucht es wenig, bis ein Wort stimmig aus der Kehle perlt, zur Marke und damit zu Gold wird. Bei Clément fehlte nur der Buchstabe E: Vorne Juan und hinten das massige Clemente. Das wirkte, als der Franzose aus der französischen Champagne-Region 1975 zum ersten Mal in die Dominikanische Republik kam. Damals war Jean Clément schon ein begnadeter Verkäufer von Uhren aus der Schweiz und Schmuck aus Spanien. Von Zigarren verstand er allerdings noch wenig. Der Franzose repräsentierte den Likörproduzenten Cointreau in Argentinien. Die Familie Clément emigrierte 1948 in das Land der Pampa, wo der junge Jean in eine ziemlich neue Welt geworfen wurde.
Der Weg von Jean Clément zum karibischen Tabakbaron mit französischen Wurzeln war noch weit. Viele Europäer versuchten im Laufe der Geschichte, in der Karibik ein Leben als Tabakier aufzubauen – und scheiterten meistens. Es scheint, dass das über Generationen von Familie zu Familie weitergegebene Wissen über die Geheimnisse der aromatischen Blätter lasse sich nicht einfach auf Einwanderer aus Europa übertragen. Jean Clément ist die Ausnahme. Sein latinisierter Name, Juan Clemente, hat den Sprung vom namenlosen Nichts der Branche zum geschätzten Zigarrenkonstrukteur geschafft. Während Dutzende von Produzenten in der Dominikanischen Republik den Zigarren-Boom der neunziger Jahre nicht überlebten, ist Jean Clément mit seinem kleinen, aber feinen Sortiment seit 25 Jahre noch immer da.
Die Schweiz und der helvetische Zigarrenmarkt sind eng mit dem Erfolg von Jean Clément verbunden. Er stellte 1982 seine ersten Zigarren an der Place Saint-Francois in Lausanne vor, kurz danach übernahm der Basler Tabakimporteur Säuberli AG die Distribution für die Schweiz in die Hände. Gleichzeitig überzeugte Jean Clément das französische Tabakmonopol „Seita“ seine Zigarren in der Republik zu verbreiten. Dann ging es Schlag auf Schlag. Heute werden in der Schweiz ca. 110'000 Juan Clemente Zigarren pro Jahr verkauft, was ungefähr einem Fünftel der gesamten Produktion entspricht. Die verschiedenen Formate sind in rund 120 Geschäften zu haben.
Im Herbst besuchte der 78 Jahre alte Jean Clément seine europäischen Partner und präsentierte 2 aussergewöhnliche Zigarren: Als Erste, die speziell für den 25sten Geburtstag der Marke entwickletete Juan Clemente 25 Aniversario. Diese ausserordentliche Zigarre ist aus Tabaken aus vier Jahrgängen komponiert: 1986, 1996, 1997 und 2000. Ein hervorragendes Grand Robusto Format, welches speziell in einer 12er Kistchen präsentiert wird. Als zweite Neuheit bringt Juan Clemente etwas Einzigartiges und Seltenes: die Juan Clemente Especiales „1991". Nur 209 Kistchen gibt es davon, exklusiv in der Schweiz und jedes Kistchen ist von Jean Clement persönlich signiert und von einem ebenfalls signierten Zertifikat begleitet. Gerollt wurden diese Zigarren bereits 1991 ebenfalls mit Tabaken aus den Jahren 1986 und 1990. Was sie nach dieser langen Reife- und Lagerzeit an Aromen und Geschmack bieten, ist schlicht umwerfend.
Jean Clément ist heute 78 Jahre alt und sprüht vor Energie. Jeden Tag besucht er seine Manufaktur, überwacht persönlich die Produktion seiner Zigarren und bringt neue Ideen ins Spiel. Er ist Juan Clemente geworden, und erst 25 Jahre jung...
Quelle: Säuberli AG, Text: Erwin Dettling