Ein zeitgerechter Satz von Helmut Schmidt: "Das geht vorbei wie die Prohibition in Amerika"

Verbote ziehen, wenn sie das Verhalten oder die persönliche Lebensweise und -einstellung der Menschen betreffen, z.B. ihre hergebrachten Sitten und Gebräuche, ihre individuelle Überzeugung, ihre Weltanschauung oder ihren Glauben, immer gleiche Folgeerscheinungen nach sich: Heimlichkeiten, Übertretungen und Widerstand. Auf der anderen Seite folgen ihnen: selbsternannte Tugendwächter, professionelle Moralapostel und scheinheilige Denunzianten. Verbote waren schon immer bei Herrschern und den herrschenden Klassen ein sehr beliebtes Zuchtmittel, das leider nicht immer sinnvoll eingesetzt wurde. So sind bösartige, manchmal auch kuriose Auswüchse anzutreffen. Beispielsweise gilt heutzutage in einigen US-Bundesstaaten das Verbot, Wäsche für Anwohner oder Straßenpassanten sichtbar zum Trocknen ins Freie zu hängen. Polizeistreifen und ambitionierte Ordnungshüter kontrollieren regelmäßig die Wohngebiete und drohen Uneinsichtigen mit Bußgeld.

Nachdem die Verbotsregelung beim Rauchen anscheinend so gut funktioniert hat, werden schon die nächsten Verbotsmöglichkeiten in Bezug auf Alkohol, Fett- und Zuckergehalte, Holzbrand, „gefährliche“ Sportarten usw. diskutiert. Schließlich brauchen auch die Medien wieder neue Zielobjekte.

Noch werden solche Absichten von politischer Seite heftig dementiert, um nicht tatsächlich in den Ruf einer Verbotsrepublik zu geraten. Wenn es aber die Umstände verlangen und wenn es auch nur der Zeitgeist ist, dann sind Verbote notwendig, unumgänglich, berechtigt – ja, unvermeidbar. Sollten sich jedoch diese Umstände ändern oder verflüchtigen, ist ihr Fortbestehen obsolet.

Ganz gleich, wie es kommt, die Restlaufzeit des Rauchverbotes hat bereits begonnen.

Gunther Grabowski
Langgöns, Frühjahr 2008

Quelle: smokersnews.de