30/3/2008 Die ganze Welt ist eine Bühne

 

smoke on stage

Sehr kreativ zeigen sich die Wirte im US-Staat Minnesota. Die Behörden hatten ein absolutes Rauchverbot für Gaststätten und alle anderen öffentlichen Versammlungsräume verhängt. Kein Gesetz ohne Schlupfloch, dachten sich listige Gastwirte - und fanden einen Ausweg.

Das Gesetz erlaubt es nämlich, dass Schauspieler auf der Theaterbühne als Teil der Inszenierung Zigaretten rauchen. Also erklärten sie ihre Kneipen kurzerhand zur Bühne, die Gäste zu Schauspielern, den Kneipenbesuch zur Kunst.

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Man darf getrost davon ausgehen, dass auch die Schweizer genug Lücken finden werden, damit unnötig hart formulierte (Passiv-)Rauchgesetze vom mündigen Bürger zurechtgestutzt werden.

Unser Parlament ist gut beraten, wenn es dedizierte Raucherlokale zulässt, auch wenn der Ständerat in diesem Punkt kein Pardon zu kennen scheint. Geben wird es sie voraussichtlich so oder so, die Raucherlokale, entweder legal, oder quasi-legal. Der Nationalrat hat (noch) die Wahl.


23/11/2007 Juan Clemente, 25 Jahre jung

Juan Clemente gibt es nicht. Oder doch? Wenn er vor einem steht, merkt es keiner: Juan Clemente ist ein Produkt, Kunsthandwerk, eine Marke. Jean Clément ist die Person. Sie raucht sich gut, die Juan Clemente und sie verkauft sich. Die Geschichte des Galliers, der in der Dominikanischen Republik Zigarren macht, hat fast alttestamentarische Dimensionen.

Am Anfang war Jean, und Gott sah, dass er gut war. Dann kam Clément und der taugte nichts im karibischen Zigarengeschäft. Clément fliesst nicht im iberoamerikanischen Sprachduktus. Es sind Nuancen, zugegeben, aber Clément klingt hölzern auf spanisch. Es fehlt die Musik.

Manchmal braucht es wenig, bis ein Wort stimmig aus der Kehle perlt, zur Marke und damit zu Gold wird. Bei Clément fehlte nur der Buchstabe E: Vorne Juan und hinten das massige Clemente. Das wirkte, als der Franzose aus der französischen Champagne-Region 1975 zum ersten Mal in die Dominikanische Republik kam. Damals war Jean Clément schon ein begnadeter Verkäufer von Uhren aus der Schweiz und Schmuck aus Spanien. Von Zigarren verstand er allerdings noch wenig. Der Franzose repräsentierte den Likörproduzenten Cointreau in Argentinien. Die Familie Clément emigrierte 1948 in das Land der Pampa, wo der junge Jean in eine ziemlich neue Welt geworfen wurde.

Der Weg von Jean Clément zum karibischen Tabakbaron mit französischen Wurzeln war noch weit. Viele Europäer versuchten im Laufe der Geschichte, in der Karibik ein Leben als Tabakier aufzubauen – und scheiterten meistens. Es scheint, dass das über Generationen von Familie zu Familie weitergegebene Wissen über die Geheimnisse der aromatischen Blätter lasse sich nicht einfach auf Einwanderer aus Europa übertragen. Jean Clément ist die Ausnahme. Sein latinisierter Name, Juan Clemente, hat den Sprung vom namenlosen Nichts der Branche zum geschätzten Zigarrenkonstrukteur geschafft. Während Dutzende von Produzenten in der Dominikanischen Republik den Zigarren-Boom der neunziger Jahre nicht überlebten, ist Jean Clément mit seinem kleinen, aber feinen Sortiment seit 25 Jahre noch immer da.

Die Schweiz und der helvetische Zigarrenmarkt sind eng mit dem Erfolg von Jean Clément verbunden. Er stellte 1982 seine ersten Zigarren an der Place Saint-Francois in Lausanne vor, kurz danach übernahm der Basler Tabakimporteur Säuberli AG die Distribution für die Schweiz in die Hände. Gleichzeitig überzeugte Jean Clément das französische Tabakmonopol „Seita“ seine Zigarren in der Republik zu verbreiten. Dann ging es Schlag auf Schlag. Heute werden in der Schweiz ca. 110'000 Juan Clemente Zigarren pro Jahr verkauft, was ungefähr einem Fünftel der gesamten Produktion entspricht. Die verschiedenen Formate sind in rund 120 Geschäften zu haben.

Im Herbst besuchte der 78 Jahre alte Jean Clément seine europäischen Partner und präsentierte 2 aussergewöhnliche Zigarren: Als Erste, die speziell für den 25sten Geburtstag der Marke entwickletete Juan Clemente 25 Aniversario. Diese ausserordentliche Zigarre ist aus Tabaken aus vier Jahrgängen komponiert: 1986, 1996, 1997 und 2000. Ein hervorragendes Grand Robusto Format, welches speziell in einer 12er Kistchen präsentiert wird. Als zweite Neuheit bringt Juan Clemente etwas Einzigartiges und Seltenes: die Juan Clemente Especiales „1991". Nur 209 Kistchen gibt es davon, exklusiv in der Schweiz und jedes Kistchen ist von Jean Clement persönlich signiert und von einem ebenfalls signierten Zertifikat begleitet. Gerollt wurden diese Zigarren bereits 1991 ebenfalls mit Tabaken aus den Jahren 1986 und 1990. Was sie nach dieser langen Reife- und Lagerzeit an Aromen und Geschmack bieten, ist schlicht umwerfend.

Jean Clément ist heute 78 Jahre alt und sprüht vor Energie. Jeden Tag besucht er seine Manufaktur, überwacht persönlich die Produktion seiner Zigarren und bringt neue Ideen ins Spiel. Er ist Juan Clemente geworden, und erst 25 Jahre jung...

Quelle: Säuberli AG, Text: Erwin Dettling


17/9/2007 Zigarren-Geniesser wissen sich zu helfen

Locke outDa erzählt mir heute ein Zigarren-Geniesser folgende kurlige Geschichte.

Wie schon oft, begab sich unser Geniesser auf den Balkon und zündete sich eine Zigarre an. Mit von der Partie sein Notebook mit dem er über WLAN dies uns das erledigt und etwas herumsurft. Was unser Geniesser nicht merkt ist, dass die Balkontüre ins Schloss gerutscht ist und er sich damit ausgeschlossen hat. Nach dem "sanften Tod" seiner Zigarre will unser Geniesser zurück ins Haus, doch die Türe ist zu, und es ist spät geworden. Seine Gattin hat sich längst zur verdienten Bettruhe begeben. Unser Geniesser beginnt also die Balkontüre mit Fäusten zu bearbeiten. Da seine Frau aber einige Zimmer entfernt schläft, bringt alles Poltern nichts. Mit vom Klopfen schmerzenden Knöcheln gibt unser Geniesser nach über einer Stunde auf und überlegt, wie er einer kühlen Nacht auf dem Balkon doch noch entrinnen kann.

Er analysiert seine Situation: klopfen bringt nichts, das Handy habe ich nicht dabei, die Nachbarn sind zu weit weg, der Balkon ist zu hoch um runterzuspringen. Dabei habe ich mein Notebook mit WLAN und mein Portemonnaie mit Kreditkarten. Dann der rettende Gedankenblitz: SKYPE! Gedacht, getan -, unser Geniesser begibt sich auf die Skype Website, "downloadet" Sype, zahlt mit seiner Kreditkarte einen Betrag ein und, bingo, "er ist drin", drin in Skype. Von dort aus ruft er über VOIP (Voice Over IP) seine eigene Nummer an und lässt es läuten, und läuten, und lätuten und...., endlich, seine Frau meldet sich verschlafen; unser Geniesser kann endlich seinen Herzenswunsch anbringen, sie möge doch bitte bitte die Balkontüre öffnen. Ende gut, alles gut, und in diesem Fall war es eher Noise Over IP als Voice Over IP.


08/8/2007 Rauchpolicy bei NCL

NCLNCL Norwegian Cruise Lines, eine der gewichtigen Kreuzfahrtlinien der Welt macht vor, wie man gangbare Lösungen findet, die Nichtrauchern und Rauchern gerecht werden. Ab Sommer diesen Jahres darf in öffentlichen NCL Räumen an Land sowie auf See nicht mehr geraucht werden. Dies schliesst sämtliche Restaurants ein, sowie die Sport-Decks, die Räume unmittelbar um die Pools, sowie sinnigerweise die Jogging-Bahn.

In der Kabine, "auf dem Zimmer" sozusagen, darf hingegen geraucht werden (Raucherkabinen), ferner auf den Kabinen-Balkonen, sowie in der Zigarren-Bar, die auf den meisten NCL Schiffen zu finden ist. Diese Zigarren-Lounges sind schön eingerichtet, hervorragend klimatisiert, man wird bedient, und man fühlt sich darin richtig wohl.

Ferner darf auf allen als den oben erwähnten offenen Decks geraucht werden, inklusive Zigarren. Im Casino hingegen sind nur Zigaretten erlaubt. Alles ein bisschen selektiv, zugegeben, aber trotzdem ein Aufsteller für den Zigarren-Geniesser. NCL analysiert ganz richtig, dass gerade Zigarren-Geniesser, die oft auf Kreuzfahrten anzutreffen sind, nicht unnötig schikaniert werden sollten. Sie haben nämlich nicht nur ein Faible für die schönen Dinge des Lebens, sie können es sich auch leisten, öfters mal in die Spendierhosen zu steigen. Aus eigener Erfahrung können wir NCL wärmstens empfehlen.

Auf amerikanischen Kreuzfahrtlinien sind Raucher längst gänzlich verbannt. Sollte doch mal ein Passagier auf einem solchen Schiff frivol zum Tabak greifen, droht diesem nach alter Piraten-Manier das Kielholen..


02/7/2007 Mit 105 US-Bürger geworden

In Miami feierte gestern Jose Temprana aus Kuba mit Freunden und Champagner seine Einbürgerung in die U.S.A. Das wäre an sich keine grosse Schlagzeile wert, wäre Herr Temprana nicht 105 Jahre alt, so eine Meldung von Associated Press.

Herr Temprana fährt regelmässig mit seinem Scooter zur Lottoannahmestelle, rollt seine eigenen Zigarren, trinkt mit den Nachbarn Whiskey und hat eine Freundin. Lesen Sie hier die ganze Geschichte.

Happy smoking, Mr. Temprana!



16/6/2007 Grimmiger Sir Winston

Es gibt da eine witzige Geschichte darüber, wie der berühmte Kanadischen Fotograf Yousuf Karsh das wirkliche Wesen Winston Churchill's im Bild festhielt. Karsh hatte bereits seine ganze Ausrüstung, Kameras, Stative und Licht in Position gebracht, da ihm nur wenige Minuten mit Sir Winston zur Verfügung standen. Dann betrat Winstson Churchill den Raum. Karsh komplimentierte Sir Winston in die richtige Stellung und kontrollierte dann die Scharfeinstellung seiner Kamera.

Dann, in einem Augenblick rarer Brillianz näherte sich Karsh Churchill und zwickte ihm die Zigarre aus dem Mund. Das Resultat ist eines der berühmtesten Bilder des grossen Staatsmannes. Wie er dasteht, auf seinen Stock gelehnt, halb grimmig, halb baff und vermutlich im Innersten belustigt, hat schon seinen ganz besonderen Charme. Auf dem nur Augenblicke danach gemachten, nächsten Bild soll Winston Churchill, sich der Pointe schnell bewusst geworden, bereits wieder breit gelacht haben.


09/6/2007 Feier-Abend, Mausi und Zigarren

Nicht immer wird an einem Feierabend, der Abend gefeiert. Feierabende werden nicht immer so gewürdigt wie sie es verdient hätten und wie es ihr Name erwarten liesse.

Denken wir an die vielen Abende, an denen Millionen von Menschen untätig herumhängen, sich dem Nichtstun hingeben, Stunden damit verstreichen lassen, nur um sich dann erschöpft dem erlösenden Schlaf zu ergeben; oder an die Dauerstress-Geplagten, die gerne feiern würde, aber das Feiern am Feier-Abend einfach verlernt haben.

Als besonders effizient im Liquidieren der Möglichkeit den Abend feiernd zu verbringen erweist sich mit schöner Regelmässigkeit die Nachbarin, die immer gerade dann an die Türe klopft, wenn man die Beine hoch lagern möchte. Mit zuckersüssem Lächeln fragt sie nach, ob man ihr nicht, ganz zufällig versteht sich, etwas Salz hätte. Und dann kommt sie, die Geschichte des kürzlich verstorbenen Meerschweinchens Mausi, und zwar in allen Einzelheiten: der Zuhörende erfährt den Schäppchenpreis des qualitativ nichtsdestoweniger hervorragenden Käfigs, der jetzt nutzlos herumliegt, die genaue Adresse des Zoofachgeschäftes, wo Mausi’s Heim vor Jahren käuflich erworben wurde, die Beschaffung des Kopfsalates, den Mausi so sehr liebte, die Todesursache des Lieblings, und zum Abschluss die Höhe der Kremations- und Bestattungskosten, kugelförmige Holzurne inklusive. Höflich bedankt sich die Nachbarin nach einer schlappen halben Stunde, verabschiedet sich, und der ehemals Feierwillige schliesst entnervt und erschöpft die Türe .

Bisweilen greift der potentielle Feierabendfeiernde feierlich zu einer Zigarre, macht sich, in eine dicke Daunenjacke verpackt auf den Weg nach Balkonien, begleitet von einer Tirade wüster Beschimpfungen. Suchtgefährdet sei er, rücksichtslos, ein Junkie nachgerade, der als Baby zu wenig lang dem Schnuller frönen durfte, und jetzt Kompensation suche in unsäglich riechenden Spring Rolls aus Tabak. Überhaupt vernachlässige er durch sein post-pubertäres Gebaren Frau und Kinder, und er täte besser daran, Job und Familie, samt Reihenhaus, an den Nagel zu hängen um sich auf einer abgelegenen Alp einer Schafherde zu widmen; dabei könne er dann an seinen stinkenden Stumpen saugen bis zum Abwinken.

Von so viel feierabendlichem Frust entmutigt sucht auch er den erlösenden Schlaf. Man folgere: Feierabend feiern will gelernt sein, und vielleicht wird manchem klar, warum die meisten Menschen den Versuch erst gar nicht wagen.